Schwitzen für einen Käfer

Die Junior Ranger haben „Power“. Zwischen 10 und 16 Jahre alt, sind sie der stolze Nachwuchs des Nationalparks Donau-Auen. Allesamt aus der Region, wohnhaft in Nachbargemeinden des Nationalparks. Es liegt ihnen etwas an diesem Schutzgebiet. Sie wollen ihn erleben und sie wollen auch etwas für ihn tun.

Die Natur gibt so viel, geben wir etwas zurück
Höhepunkte des „Junior-Ranger-Jahres“ sind sicher die Camps. Draußen sein! Sonne an der Nase, Zehen in den Donaukieseln und ein Stück Melone zwischen den Zähnen. Es ist einfach schön an der Donau. Nicht nur, aber besonders im Sommer!
Die Natur gibt so viel, geben wir etwas zurück. Bei jedem Camp steht auch aktive Naturschutzarbeit auf dem Programm. Dieses Jahr für den Hirschkäfer, das Insekt des Jahres 2012.

Ein Kindergarten zum Auffuttern
Im Schlosspark Eckartsau gibt es einen sehenswerten Bestand alter Eichen. Es ist kein Zufall, dass sich dort im Frühsommer auch erwachsene Hirschkäfer tummeln. Damit sie erwachsen werden können, brauchen die Hirschkäferlarven altes, totes Eichenholz. Und hier wollten die Junior Ranger unterstützend eingreifen. Mit dem Anlegen einer Hirschkäferwiege,
einer künstlichen Ansammlung von Eichenholz. Gewissermaßen ein Käfer-Kindergarten zum Auffuttern.

Erlaubte Kinderarbeit
Der erste Schritt war das Ausheben einer Grube. Durchmesser 4 m, Tiefe etwa 60 cm. 15 Junior Ranger trotzten in der zweiten Juliwoche den Temperaturen. Mit Schaufel und Spaten wurde gebuddelt und gegraben. Lisa, die Jüngste der Gruppe, für die schon das Heben der leeren Schaufel eine Herausforderung war, übertraf an Eifer manchen Älteren.

Für das Befüllen der Grube krempelten dann 22 Junior Ranger letzte Woche die Ärmel auf. Wieder war es brütend heiß. Kein Hindernis für Junior Ranger! Eichenstämme wurden gerollt und gedreht, dünnere Äste gesägt und platziert. Aber ohne die engagierte Hilfe von Mitarbeitern der Österreichischen Bundesforste wäre es trotzdem nicht gegangen. Sie hatten das schwere Gerät und das „Know-how“, um die dicksten Stammstücke an Ort und Stelle zu bringen.

Ein Projekt für Generationen
Die Hirschkäferwiege ist fertig. Nun heißt es Geduld haben. Frühestens nächstes Jahr wird ein Hirschkäferweibchen unser Bauwerk finden und Eier ablegen. Und bis sich daraus erwachsene Hirschkäfer entwickeln haben, wird es wohl weitere 5 Jahre brauchen.

Mit den Hirschkäfern werden dann auch einige Junior Ranger erwachsen geworden sein. Und Lisa wird weit schwerere Dinge heben können, als eine volle Schaufel.

Ein Nationalpark ist eben keine kurzfristige Sache, sondern ein Projekt für Generationen. Und ich werde in 6 Jahren wahrscheinlich noch stolzer sein als heute, auf „meine“ Junior Ranger.

Norbert Ruckenbauer
 

Weitere Fotos von der Errichtung der Hirschkäferwiege

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